Atmen

 

ein

weißes Leinentuch gespannt

vom Baum zum Baum

und...

von Wand zur Wand

es breitet sich dahinter

breitet sich darüber

aus

 

ein

endlos weißes Feld

das Jegliches umrahmt

und...

Düsternis verheißt

denn es kommt ohne

eines transparenten Blau

aus

 

ein

Schritt nach vorne nur

es knirscht unter der Sohle

und...

zerfällt in winzige Partikel

der dünne Reif

er sieht wie weißes Pulver

aus

 

ein

Brennen zerrt

an meinen Lungen

und...

sie schmerzen wenn

dann jetzt im Einklang

ich halte es noch etwas länger

aus

 

das stark verdünnte Deckweiß

drückt auf die erstarrte Erde

es schließt sie unerbittlich

ein

und...

aus

dem Nichts entweichende Geräusche

verhallen unbeachtet:

die Welt hält ihren Atem an

 

und...

Dampf entweicht dem Mund

Es schneit

 

 

 

Mit der Freundin I 

 

Wir haben uns so lange nicht gesehen,

So vieles scheint in einem neuen Licht,

Die Jahre sah ich ohne sie vergehen,

Ein fremder Zug streift flüchtig ihr Gesicht.

 

„Reich mir die Hand, lass dich in Arme nehmen!“ –

Ihr warmer Körper atmet Zuversicht

Und während mich Erinnerungen lähmen,

Umarmt uns Stille, die vertraulich spricht.

 

Das Frühstück wird verspätet zubereitet,

Uns wärmt die Nähe und der heiße Tee

Und während der Minutenzeiger schreitet,

Fällt vor dem Fenster lautlos erster Schnee.

 

Die weiße Decke lockt uns in die Kälte,

Wir hüllen uns in warme Kleidung ein,

Vergessen ist der Traum, der mich nachts quälte,

Verdrängt durch einfaches Beisammensein.

 

Wir wollen den verschneiten Wald durchstreifen,

Die Schritte werden von dem Schnee gedämpft,

Sie spricht und ich versuche zu begreifen,

Womit sie Tag um Tag vergeblich kämpft.

 

So viele Dinge sind sich treu geblieben,

Sie ist noch immer häufig depressiv

Und wird von den Konflikten aufgerieben,

Die hat sie seit der Kindheit nicht im Griff.

 

Sie war erst zwölf, als ich sie kennen lernte;

Ich sehe uns: einst im Gespräch zu zweit,

Versteckt im weiten Feld kurz vor der Ernte -

Ihr Lächeln war so schön und endlos weit.

 

Ein Wiederschein davon ist noch zu sehen,

Es fehlt jedoch die frühre Leichtigkeit,

Als würde es von Anfang an vergehen,

Als wäre sie zum Lächeln nicht bereit.

 

Vielleicht verwende ich die falschen Worte

Nichts was ich sagen kann, fällt ins Gewicht,

Die Zeiten sind verändert und die Orte,

Ich reagiere gleich, wenn sie vom Gleichen spricht.

 

Es dürfte nicht an Trost und Ratschlag fehlen,

Wie viel bewirkt ein tiefes Mitgefühl?

Seit Jahren lässt sie sich vergeblich quälen,

Ich will sie wärmen, draußen bleibt es kühl.

 

 

 

Gezeitenwechsel - Haiku

 

Es schneit nicht genug,

um einen faulen Apfel

ganz zu verdecken.

 

 

 

Mit der Freundin II

 

Wir bleiben vor der kleinen Lichtung stehen,

Ich schaue mich mit leiser Wehmut um,

In einer Senke kann man Abfall sehen,

Ein Birkenstamm liegt quer, ergraut und krumm.

 

Als würde er die Fläche überspannen,

Zu einem Ufer, das man nicht entdeckt,

Darüber rauschen immergrüne Tannen,

Die Wurzeln weit und gierig ausgestreckt.

 

Wie ich bezeugen sie vergangne Zeiten,

Ich wünschte damals keinen Schnee herbei,

Denn ich genoss den Blick über die Weiten,

Der Blick bis auf den Grund war nie so frei.

 

Am Birken – Ast hängt eine Plastikplane,

Sie bäumt sich auf, verwaist im kalten Wind,

Wie eine schmuddelig verblasste Fahne,

Ich sehe, dass die Dinge nicht mehr sind.

 

Die Dinge sind nicht mehr, wie sie einst waren,

Dereinst war dies ein unberührter Ort,

Ich würde uns den Anblick gern ersparen,

Die Flora um den Teich ist nun verdorrt.

 

„Den Reiz von früher wirst du nie erfahren,“

Es schwingt Enttäuschung mit in jedem Wort,

Es war im Sommer und es war vor Jahren,

Die Fauna ist nicht mehr, der Teich ist fort.

 

Versumpft erst, dann vertrocknet und vergangen,

Die Hoffnung hat sich ganz zum Schluss zersetzt,

Wo sind die Käfer, Molche, Frösche, Schlangen

Und rote Mückenlarven? – tot zuletzt?

 

 

 

Perspektivenwechsel I

 

es raschelt knackt und bricht

die Äste unsichtbar vor lauter Wald

im Fall wie ich

weit mehr als

Tempo Zweige Münzen Blätter

verrutschtes Unterholz

und Herz am Boden

weit mehr als

diese eine Spinne

in einem Blick

der Schlüssel

und die Stille

 

 

 

Mit der Freundin III

 

Was war es, das den Teich zuletzt zerstörte?

Zu wenig Regen, ein verstopftes Rohr,

Der Abfall, der nicht in den Wald gehörte,

Naturschutz, oder kein Respekt davor?

 

Was hat sich hier letztendlich zugetragen?

Ich stelle mir die Wasserläufer vor,

Sie hopsen auf dem Grund voll Unbehagen

Im Lebenskampf, den Tier um Tier verlor.

 

Hat es sie dann zum nächsten Teich getrieben?

Bereitete der Umzug ihnen Qual?

Wo sind sie über Winter abgeblieben?

Erlebten sie den Sommer letztes mal?

 

Sie wissen nichts, mit ihren Spinnenbeinchen,

Was spielt sich ab in einem tiefen Teich?

Die Oberfläche schließt sich um ein Steinchen,

Sie gibt nichts preis und bleibt ein Spiegelreich.

 

Ich kenne sie, die schweren dunklen Zeiten,

Wenn man von Außen die Berührung spürt,

Wenn die Gedanken zornig in mir streiten,

Wenn Angst mein Innerstes zusammenschnürt;

 

Wenn manche Wünsche unbefriedigt bleiben,

Mich tröstet kein vernünftiges Gespräch,

Wenn weiße Flocken unzufrieden treiben,

Tief unter ihnen rostet altes Blech.

 

Dann möchte ich dagegen aufbegehren,

Dass nichts passiert, obwohl die Zeit verstreicht,

Als ob zahlreiche Hürden vor mir wären

Und keins von Zielen wäre je erreicht.

 

Doch schafft ein Lichtstrahl bis zum trüben Grunde,

Enthüllt er nur ein Pflänzchen tief im Teich,

Dann reicht mir bloß ein Bruchteil der Sekunde,

Ein Blick auf den verborgenen Bereich -

 

Und ich erahne zauberhafte Dinge,

Ein Hoffnungsstrahl verdrängt die Traurigkeit

Und während ich um ein Ergebnis ringe,

Verschwindet diese eine kurze Zeit.

 

Und dann empfinde ich trotz Allem Freude,

Die mich im Alltag unverhofft durchdringt,

Es ist dann gleich, ob ich die Zeit vergeude

Und lese oder ob Musik erklingt.

 

Dann will ich Vieles zeitgleich unternehmen,

Ich spielte stundenlang nur noch Klavier

Und malte Bilder und zu vielen Themen

Beschriebe dies uns das, gleich jetzt und hier..

 

 

 

PS:

 

weiße Borke

Sirup Spuren

Zeichnung

in schwarz – weiß

Heckeldecke

flächendeckend

Stolperstufe eins

 

ah! jetzt hab ich` s!

ein Flachwurzler

und ein Flachwitzler

gehen in die Bar

und begegnen

einem Pferd...

 

 

 

Mit der Freundin IV

 

Ich kannte jene Kinder mit den Käschern.

Sie hatten kleine Eimer mitgebracht.

Ich sah den Eifer in dem Blick von Häschern,

Durch Neugier oder Jagdinstinkt entfacht.

 

Mit aufgeregten Augen, roten Wangen,

Warn sie zuerst hinter den Fröschen her,

Dann wollten sie die flinken Molche fangen,

Denn das erwies sich als besonders schwer.

 

Dies sollte aber keinem Kind gelingen,

Es war so heiß, sie waren gerne nass,

Bevor sie ohne Fang nach hause gingen,

Erdachten sie sich einen neuen Spaß.

 

Sie meinten wohl, der Teich soll schöner werden,

Die Blätterpampe wurde rausgefischt,

Es kämpften bald mit Atemnotbeschwerden

Diverse Viecher, mit dem Laub erwischt.

 

Dazwischen waren viele rosa Larven

Mit Kiemen und den Vorderbeinchen dran,

Die sie aus ihrem Lebensumfeld warfen:

Amphibien, die man leichter fangen kann.

 

                              *

 

Welch Ironie! Sie wollten gar nicht räubern,

Weil man doch gern auf gute Taten schwört!

Sie wollten einen Teich vom Unrat säubern

Und haben ihn im Gleichgewicht gestört.

 

Mit gutem Willen und geringem Wissen

Wird oft versehentlich zu viel erreicht,

Ich würde gerne dies Erlebnis missen,

Das einer Untat im Ergebnis gleicht.

 

                              *

 

Ihr Tun schien sie dann endlich zu ermatten,

Sie kämpften wirklich mit dem falschen Frust:

Wie viele Molche sie erbeutet hatten,

Das haben sie anscheinend nicht gewusst.

 

 

 

Perspektivenwechsel II

 

als ich auf meine nase fiel

und blut floss nicht

war es fast so

als wäre nichts geschehen

 

verwundert bin ich dennoch:

von dieser perspektive aus

habe ich ES

noch nie zuvor betrachtet

 

 

 

Mit der Freundin V

 

Wir reden über Dinge, die einst waren,

So viele Menschen gaben uns Geleit,

Die Pfade sind verdeckt, doch wir erfahren

Vergangenes erneut, vom Schnee befreit:

 

                        *

 

So hatten wir einst einen jungen Lehrer,

Mit einem etwas seltsamen Humor,

Ihm zuzuhören fiel uns schwer und schwerer,

Er wusste es, doch war immun davor.

 

Ein Hauch von Lächeln war im Augenwinkel,

Hat er mal etwas uminterpretiert,

So folgerichtig wie ein Bau von Schinkel,

Gedanklich konstruiert und wieder ausradiert.

 

Sein Wissen war zu viel für unsre Ohren,

Doch Niemand störte seinen Monolog,

Ich hatte oft den Faden ganz verloren,

Im leisen, monotonen Stimmensog.

 

Nie sah ich ihn Geduld mit uns verlieren,

Der Dummheit folgte leise Ironie,

Er ließ mit sich die Noten diskutieren -

Ihn faszinierten solche Dinge nie.

 

Ein Mensch, mit dem ich gerne wieder spräche,

Mit feinem Sinn und tiefem Mitgefühl,

Der die Gewohnheit manchmal unterbräche,

Entlastend das alltägliche Gewühl.

 

Es ist ihm damals so wie mir ergangen,

Wenn ich zur Zeit mit jungen Leuten bin,

Durch Altersunterschied befangen,

War weitere Beziehung wohl nicht drin.

 

                        *

 

Beim letzten Jahrgangstreffen, unerwartet

War er dabei und - hörte diesmal zu,

Das Treffen war nicht so wie sonst geartet:

Wir waren erstmals im Gespräch auf du.

 

So müsste es wohl sein mit manchen Seelen,

Sie schwimmen in dem ewig gleichen Fluss

Und lassen sich von gleichen Dingen quälen.

Er blieb an meiner Seite bis zum Schluss.

 

Im Nachhinein denk ich, ist er gescheitert,

Zwar hat er sich politisch engagiert,

Er las und hat sein Wissen noch erweitert,

Doch hat er nicht nur Gutes konsumiert.

 

                        *

   

Und rundherum saß eine Menge Leute,

Die hätte ich woanders nie erkannt,

Es war nicht so, dass ich mich etwa freute...

Wie sind sie jetzt? Darauf war ich gespannt.

                       

Da war zum Beispiel eine feine Dame

In einem eleganten schwarzen Kleid,

Mir fällt` s nicht ein, wie war noch mal ihr Name?

Im Mathekurs tat sie mir immer leid.

 

Sie konnte manche Dinge nicht verstehen,

Trat schüchtern auf und wirke etwas hohl,

Nun schien es ihr beruflich gut zu gehen,

Sie fühlte sich als Rechtsanwältin wohl.

 

Sie war charmant und grüßte uns beflissen,

Ganz sicher auf dem glänzenden Parkett,

Sie schien nichts in dem Leben zu vermissen,

War solo und  Karrierefrau und nett.

 

                        *

 

Dann sah ich einen Freund aus meiner Clique,

Inzwischen tat er etwas distanziert,

Uns trennen unterschiedliche Geschicke,

Durch Ehe war die Freundschaft ausrangiert;

 

Ihn störte immer beim telefonieren,

Wenn ich von meinem Mutteralltag sprach,

Gespräche, die den Frauen imponieren -j

Na ja, er war ganz einfach nicht vom Fach.

 

                        *

 

Da war ein Kerl, der einen immer nervte,

Weil er von seiner Liebsten immer sprach,

Was seine Penetranz jedoch entschärfte,

War seine Ehrlichkeit, die doch bestach;

 

Wie oberflächlich, dachte ich vermessen,

Er hat zwar niemals andre anvisiert,

War aber sinnlich und von Sex besessen -

Und er war immer noch mit ihr liiert.

 

                        *

 

Dem Einen wäre ich sehr gern begegnet,

Er achtete auf andre Schüler nie,

Ein Ass in Mathe, mit IQ gesegnet -

Es wurde zum Professor das Genie.

 

                        *

 

Und? Konnte ich Veränderungen sehen?

Inzwischen war der Schmächtigste sehr dick,

Der Dünnste schien aus Muskeln zu bestehen,

Die Schlampigste war unerwartet schick.

 

Mich faszinierten aber manche Frauen -

Die Meinung über sie war antiquiert -

Sie strotzten vor gesundem Selbstvertrauen

Und hatten alle Praktisches studiert.

 

Ich weiß, im Kern sind wir wir selbst geblieben -

Nur älter werden hat uns zugesetzt -

Ich könnte Irrtümer auf Jugend schieben...

 

Schön wärs, ich hätte sie vielmehr geschätzt!

 

 

 

sinnfreie Selbstgespräche

 

Im seichten

Gewässer

Lautlos

Wie ein Fisch:

Diskus

Ionen

 

Diskos -

Äonen

Mit sich selbst

 

P.S. rational oder auch nicht...

oder ausschweifende Interpretationen literarischer Reduktionen:

 1) Diskus*: eine Fischart u.A.

 2) Diskos von Paesós (Fundort: Kreta, 1550 – 2014 v. Chr.): eine Steinplatte, beschriftet

 

Geht es um... ?

- einen griechischen König

- ein astronomisches Dokument

- ein antikes Spiel

- eine Botschaft des Talaio an die Kreter

- einen Kalender

- ein Sexualretual

- ein Dokument aus Atlantis

- einen Sternkompas

- ein Gebetlied zu Göttin Nana

- ein Planetarium

- eine Hymne an die minoische Schlangengöttin Ique

- einen Brief bzgl. Okkupation eines Thrones

à

„Diese Inschrift kann nicht entziffert werden.“ (Zitat: Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch, 1992)

 

*Diskos (grichisch) à Diskus (lateinisch) = Scheibe/Platte

 

3) Ión (grichisch) = das Gehende/Wandernde à

Ionen** (chemisch/physikalisch) = elektronisch geladene Teilchen

 

** „Die Eigenschaften des Wassers haben grundlegende Bedeutung für das Leben auf der Erde. In der Natur kommt das Wasser nicht in Reinform vor, es enthält praktisch immer gelöste Stoffe (vorwiegend Ionen von Salzen), wenn auch möglicherweise in kaum messbaren Konzentrationen.“ (Suchbegriffe Wikipedia: Ionen, Wasser)

 

 

 

Mit der Freundin VI

 

Wir mögen uns und wollen hinterfragen,

Was die Beziehung so zusammenhält,

Warum wir uns schon lange gut vertragen,

Was uns an dem Beisammensein gefällt.

 

Es sind wohl kaum die gleichen Interessen,

Sie ähneln sich in manchen Dingen nicht,

An dem Erfolg wird Freundschaft nicht bemessen

Und gleiche Meinung fällt nicht ins Gewicht.

 

Wir haben uns gekannt als junge Leute,

Es war die schönste Zeit in unsrem Sein,

Die Freunde waren wichtiger als heute,

Inzwischen kämpft man oft für sich allein.

 

Warum sind manche Menschen uns sympathisch,

Weswegen sind wir manchen abgeneigt?

Warum geschieht es nicht ganz automatisch,

Dass Jemand in retour Gefühle zeigt?

 

„Es sind Erfahrungen, die uns verbinden“,

Sie spricht von kleinen Dingen jener Zeit,

Von Möglichkeiten, Neues zu empfinden,

Dabei entstehende Verbundenheit:

 

„Vielleicht liegt es ganz einfach am Vertrauen,

Das uns zum freien Reden animiert,

Wir müssen nicht auf jedes Wörtchen schauen,

Wir sind samt unsren Fehlern akzeptiert.

 

Wir müssten uns in manchen Dingen gleichen,

(Als Psychologin hat sie sicher Recht),

Probleme gab` s in ähnlichen  Bereichen,

Oft fühlten wir uns beide ähnlich schlecht.

 

Uns quälte eine ähnliche Erscheinung:

Wir beide hatten immer so zu sein,

Wie man uns sah - für vorgefasste Meinung

Stand jedes Urteil fest, von vornherein.“

 

                                    *

 

Und ich befürchte doch, dass manche Leute

Auf das, was attraktiv scheint, meistens stehen,

Begegneten sie sich vielleicht erst heute –

Ade und tschüss auf nimmer wiedersehen!

 

 

 

Nicht mal annähernd

 

ich

immer

irgendwo

irre: ein Traum

im toten Winkel

meiner Peripherie

nicht mal annähernd

nahe liegend

nirgendwo

niemals

nah

 

 

 

Mit der Freundin VII

  

Wir haben uns anscheinend kaum verändert

(Verändert-sein bemerkt man nicht sofort),

Die Wege sind geordnet und gerändert,

Mal sind wir fern, mal an dem gleichen Ort.

 

Es bleiben noch die selben Interessen

Und stimmen diese nicht ganz überein,

Sind wir von gleichen Sehnsüchten besessen

Und reden wir uns manche Dinge klein

 

Und wollten wir so Manches anders haben

(Wann wären Chancen denn gerecht verteilt?)

Und sind so manche Ziele schon vergraben

(Ach, hätten wir uns doch damit beeilt!)

 

Und haben wir so Vieles neu erfahren,

Erscheint uns dies und das im neuen Licht

Und will man Einiges für sich bewahren,

Weil man davon mit keinem Menschen spricht -

 

Sie aber mag ich! Herzlich ist ihr Wesen

Und doch in allem, was sie sagt, direkt,

Es ist egal, ob klug oder belesen,

Denn Jede schätzt, was in der Andren steckt.

 

Wir haben viele Dinge zu besprechen,

Vertreten beide lebhaft unsre Sicht

Und lassen uns auch gerne unterbrechen -

Wir sind halt engagiert, es stört uns nicht.

 

Wir könnten stundenlang kommunizieren -

Die Themen kämen einfach nicht zum Schluss,

Wir könnten stundenlang im Wald spazieren -

Genießend Stille ohne Redefluss...

 

 

 

nichts als worte

 

was will der dichter damit sagen?

will der was, der dichter

der

dich an der wurzel will

terra incognita ist der

da will der was sagen

mit

sapienti sat! wer`s glaubt

gen himmel will der... und die worte?

 

Erläuterung:

Terra incognita = unbekanntes/unerforschtes Gebiet/Land

Sapienti sat = Für den Eingeweihten/Weisen ist keine weitere Erläuterung nötig